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iPad & Co. machen Corporate Publishing komplexer

Karsten Füllhaas, 9. Juni 2010 17:08 Uhr, 0 Kommentare

Experteninterview mit Peter Stämpfli / Stämpfli Publikationen AG

Die Stämpfli Publikationen AG ist Teil der Stämpfli Gruppe mit insgesamt 320 Mitarbeitenden, die in der sechsten Generation durch die Gebrüder Dr. Rudolf Stämpfli und Peter Stämpfli geführt wird. Die Spezialistinnen und Spezialisten der Stämpfli Publikationen AG machen aus den Inhalten ihrer Kunden gedruckte und elektronische Publikationen. Konzeption, Kreation und Herstellung von Publikationen sowie die Integration von Publikationssystemen sind das Kerngeschäft des Unternehmens. Eine breite Palette von Dienstleistungen (Koordination, Redaktion, Lektorat und Korrektorat) ergänzt dieses. Besonderes Gewicht legt die Stämpfli Publikationen AG auf die Optimierung der Publikationsprozesse ihrer Kunden.

Die folgenden Fragen beantwortet Peter Stämpfli, Delegierter Verwaltungsrat der Stämpfli Publikationen AG.

Was erwarten Sie von der Teilnahme als Aussteller an der kommenden SuisseEMEX?
Peter Stämpfli: Wir hoffen auf viele Kontakte zu bestehenden und potenziellen Kunden und erachten die SuisseEMEX als passenden Ort, unsere Leistungsbreite und die Marke Stämpfli bekannter zu machen.

Was versteht man unter dem Begriff „Corporate Publishing“?
Peter Stämpfli: In der Stämpfli Publikationen AG verstehen wir darunter die Konzeption von gedruckten und elektronischen Publikationen und deren Zusammenspiel sowie die Beschaffung und das Redigieren der zugehörigen Inhalte für Verbände, Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Verschiedene Sprachdienstleistungen runden das Bild ab.

Was hat sich in den letzten Jahren im Bereich Buchproduktion / Printproduktion am meisten verändert?
Peter Stämpfli: Die grösste Veränderung fand und findet in der Anforderung statt, dass Inhalte medienneutral aufbereitet, verwaltet und in verschiedenen Kanälen publiziert werden müssen. Damit einher gehen die Anforderungen, dass die Zielgruppen unserer Kunden unterschiedlich und präziser angesprochen werden müssen, dies in immer kürzeren Durchlaufzeiten und bei einem steigenden Druck auf die Effizienz. Die Komplexität der Prozesse und der technologischen Herausforderungen nehmen in erheblichem Ausmass zu. Mit unseren Publikationssystemen und -prozessen können wir diese Problemstellungen stark vermindern.

Wieso soll man als Unternehmen in Zeiten von iPad & Co. noch in gedruckte Unternehmenspublikationen investieren?
Peter Stämpfli: Verschiedene Untersuchungen und die Aussagen unserer Kunden weisen deutlich darauf hin, dass die gedruckte Publikation von den Lesern als verlässlicher und vertrauenswürdiger als elektronische eingestuft wird. Die Einzigartigkeit eines Erscheinungsbildes kommt in der gedruckten Publikation besser zum Ausdruck und der Leser wird persönlicher angesprochen. Wir sehen jedoch die elektronischen Publikationen (Internet, Smartphones, iPad etc.) und die gedruckten Publikationen nicht in Konkurrenz zueinander. Vielmehr gilt es, die beiden Welten in sinnvollen Konzepten zu verschmelzen, auch das ist eine Aufgabe, die Stämpfli Corporate Publishing übernehmen kann.

Sie bieten klimaneutral hergestellte Drucksachen an und setzen FSC-COC-zertifiziertes Papier ein. Wie reagieren Ihre Kunden auf dieses Angebot?
Peter Stämpfli: Viele Kunden erachten es als eine Selbstverständlichkeit, dass dieses Angebot besteht, interessanterweise selbst dann, wenn sie es selber nicht nutzen. Die Nachfrage nach FSC-Papieren steigt stetig. Das Angebot der klimaneutralen Produktion wird geschätzt, oft aber scheut der Kunde die Mehrkosten. Trotzdem: letztes Jahr haben unsere Kunden freiwillig 250 Tonnen CO2 kompensiert und wir rechnen mit einer Verdreifachung dieses Volumens für 2010!

Wie sehen die aktuellen Trends im Corporate Publishing aus?

Peter Stämpfli: Smartphones, iPad, Internet: Wir stehen am Anfang einer weitreichenden Entwicklung. Immer mehr Geräte mit immer mehr Formaten und Möglichkeiten kommen auf den Markt. Unklar ist dabei allerdings, welche Kommunikations- und Inhaltskonzepte erfolgversprechend sind. Corporate Publishing bietet hierzu Unterstützung bei der Frage, welche Inhalte zu schaffen sind und wie sie in welchen Kanälen dargestellt werden müssen. Die Komplexität in der Kommunikation steigt und viele Unternehmen, vor allem KMU, sind verunsichert, was zu tun ist. Stämpfli Corporate Publishing bietet konzeptionelle und inhaltliche Unterstützung und zeitliche Entlastung. Selber ein familiengeführtes KMU, kennen wir die Welten unserer Kunden aus nächster Betrachtung.

Sind Ihre Auftraggeber beim Budget zurückhaltender geworden? Wie sieht die aktuelle Entwicklung im Bereich Budget aus?
Peter Stämpfli: Nach dem Krisenjahr 2009 ist in diesem Jahr keine wirkliche Entspannung zu spüren. Währenddem die Einführung von Publikationssystemen und der Auf- oder Ausbau von Internet-Sites und e-Business-Lösungen vorangetrieben werden, scheinen viele Kunden verschiedener Branchen beim Auslösen von Druckprojekten zu zögern. Dessen ungeachtet darf Stämpfli Publikationen auf ein erfreuliches erstes Halbjahr 2010 schauen.

Was tun Sie, um in Ihrer Branche immer die Nase vorn zu haben?
Peter Stämpfli: Wir dürfen auf Mitarbeitende zählen, die „die Nase im Wind haben“ und frühzeitig neue, für uns relevante Technologien, Prozesse und Marktveränderungen erkennen und intern kommunizieren. Wir sind öfters Tester von Prototypen und Betaversionen. Wir kommunizieren intensiv mit Kunden über mögliche Zukunftsszenarien und versuchen, aus den Erfahrungen und Handlungsmuster anderer Branchen zu lernen. Nicht selten wagen wir es mit Kunden zusammen, neue Ideen umzusetzen, selbst dann, wenn sie noch nicht ausgereift sind. Das alles hilft uns, frühzeitig die Trends zu erkennen und von ihnen nicht überrascht zu werden.

Herr Stämpfli, danke für das Interview.
Die Fragen wurden von Karsten Füllhaas gestellt.


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