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Klarer Trend zu Social Media

admin, 9. April 2010 15:31 Uhr, 0 Kommentare

Das Fazit der Social Media Marketing Konferenz vom 6. April 2010 im Kongresshaus in Zürich ist eindeutig: Nationale wie internationale Unternehmen setzen klar auf Social Media Marketing. Zwar befinden sich die neuen Medien erst in den Startlöchern, das Interesse danach wie auch deren Verbreitung zeigen einen klaren Trend: Die Anzahl der User steigt stetig an – alleine knapp 2,2 Mio. User in der Schweiz sind bereits bei Facebook, weltweit schon über 400 Mio. (gem. Facebook-Statistik). Ist dadurch ein Shift von den klassischen Medien zu den neuen, interaktiven Medien vorprogrammiert?

Ausgehend vom rasanten Wachstum von Netzwerkportalen wie Facebook, Twitter und Xing könnte der Shift durchaus eintreten. Betrachtet man die Rückgänge der Auflagen und Umsatzzahlen der Printmedien oder die steigende Nachfrage nach E-Books und iPads, wird dies noch verstärkt. Die Frage ist: Wie schaffen es die klassischen Medien, für die User nach wie vor attraktiv und essentiell zu sein?

Sicher ist: Neue, ungeahnte Potenziale ergeben sich durch die neuen Medien für Unternehmen, erfordern aber auch Veränderungen in traditionellen Firmenstrukturen: Die Kommunikation wird schneller, überall und an jedem Ort verfügbar. Unternehmen werden sich künftig vermehrt darauf einstellen müssen, das Prinzip 24-7 anzuwenden – täglich rund um die Uhr für ihre Kunden erreichbar zu sein. Die Abgrenzung von Arbeits- zu Freizeit verschwimmt immer mehr, was neue Arbeitsrhythmen und damit einen Strukturwandel hervorruft. Für einige Unternehmen stellt dies möglicherweise eine Gefahr dar, jedoch bieten sich dadurch auch zahlreiche Chancen: Durch flexiblere Arbeitszeiten wird auch der Arbeitsmarkt flexibler, was wiederum für Berufstätige mit Kindern wie auch für Unternehmen attraktiver wird. Auch der traditionelle Arbeitsplatz wird mobiler – draussen, unterwegs oder von zu Hause aus wird künftig gearbeitet und kommuniziert.

Unternehmen sehen Gefahren in der „Kontrollierbarkeit“ der neuen Medien: Was über das eigene Unternehmen geschrieben wird, kann nicht mehr selbst bestimmt werden – positive wie auch negative Schlagzeilen sind möglich und schwierig voraussehbar. Hier wird ein PR-Monitoring im Online-Bereich nötig sein, das stetig Inhalte rund um das Unternehmen im Netz beobachtet und sich den Fragen und Feedbacks der User bzw. Konsumenten annimmt, was wiederum eine positive Chance darstellt: Der Kundenkontakt wird intensiver – selbst bei schlechten Erfahrungen. Denn: Ein reklamierender oder enttäuschter Kunde sucht den Dialog, um seine Enttäuschung zu beheben. Wo, wenn nicht in den Social Media, kann dieser Dialog jederzeit und von überall entstehen? Und: Waren negative Meldungen in der Presse oder im Fernsehen besser steuerbar?

Für Konsumenten tragen die neuen Medien einen wesentlichen Beitrag dazu bei, dass sich Unternehmen verbessern und ethischer wie sozialer handeln müssen – wäre das für das Gemeinwohl nicht ideal? Kontrolle ist gut, aber Vertrauen ist besser. Das Vertrauen zu gewinnen sollten Unternehmen anstreben, dann braucht es auch keine Kontrolle der Kunden.

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